Florian Phleps (GF Tirol Werbung), Anita Kern (Juryvorsitzende), Nicola Schlachter-Zelger (Tochter Arthur Zelgers), Kultur-LR Beate Palfrader, Elisabeth Mittermayr (Tochter), Kurt Höretzeder (Wei sraum Designforum) (v.l.) ©Tirol Werbung / Franz Oss

Florian Phleps (GF Tirol Werbung), Anita Kern (Juryvorsitzende), Nicola Schlachter-Zelger (Tochter Arthur Zelgers), Kultur-LR Beate Palfrader, Elisabeth Mittermayr (Tochter), Kurt Höretzeder (Wei sraum Designforum) (v.l.) ©Tirol Werbung / Franz Oss



Neue Auszeichnung für Grafik und Design



Der Arthur Zelger-Preis für gute Gestaltung wird 2020 erstmals vergeben, um herausragende Leistungen im Bereich Grafik und Design mit Tirol-Bezug zu würdigen. Initiiert von den Nachkommen des Grafikers, ausgelobt von der Tirol Werbung und organisiert von WEI SRAUM Designforum, erinnert der Preis an die wegweisende Arbeit Zelgers. Diese Auszeichnung streicht die Bedeutung gestalterischer Arbeit für die gesellschaftliche und kulturelle Entwicklung Tirols hervor.

Innsbruck, 19. September 2019 – Der neu geschaffene Arthur Zelger-Preis schließt eine Lücke: Bisher gab es in Tirol zwar Auszeichnungen in Bereichen wie Kunst, Musik, Werbung oder Architektur – aber noch keinen vergleichbaren Preis für Personen aus dem Grafikdesign. Vor diesem Hintergrund wollen die Nachkommen Zelgers gemeinsam mit der Tirol Werbung eine Auszeichnung für beispielhafte Leistungen im Bereich Grafik und Design vergeben. „Wir wollen Tirol noch stärker zu einem Land machen, in dem kreative Menschen gerne leben und arbeiten. Mit der Vergabe dieses Preises fördern wir NachwuchsdesignerInnen und binden sie an Tirol“, so Beate Palfrader, Landesrätin für Bildung und Kultur. Florian Phleps, Geschäftsführer der Tirol Werbung dazu: „Für unser Unternehmen haben kreative Leistungen eine große Bedeutung. Deshalb ist es uns ein Anliegen, die öffentliche Wertschätzung angewandter Gestaltung und anspruchsvoller kreativer Arbeit zu fördern.“

Unterstützung von jungen DesignerInnen

Eine international besetzte Jury honoriert im Zweijahresrhythmus Einzelpersonen oder Kollektive, die sich über längere Zeit durch ihre gestalterischen Arbeiten im Bereich Grafik und Design auszeichnen. Neben Grafik und Produktgestaltung werden dabei auch Leistungen an der Schnittstelle zur Fotografie, dem Modedesign oder dem Social Design berücksichtigt. Der Preis ist mit 5.000 Euro dotiert. Zusätzlich wird im gleichen Rhythmus das Arthur Zelger-Förderstipendium in derselben Höhe vergeben. Damit werden Abschlussarbeiten junger DesignerInnen unterstützt, sofern sie aus Tirol stammen oder ihre Arbeit in einem inhaltlichen Kontext zu Tirol steht.

Zugleich soll der Preis an den Schöpfer des Tirol-Schriftzugs, Arthur Zelger (1914-2004) erinnern, der mit seinen Arbeiten selbst über viele Jahre hinweg das visuelle Bild Tirol prägte. „Gute, funktionierende Gestaltung war unserem Vater ein großes Anliegen, in seinen eigenen Arbeiten ebenso wie in seiner Lehrtätigkeit. Dass Designern und Designerinnen mit dem Arthur Zelger-Preis und –Stipendium nun die verdiente Wertschätzung für ihre kreative Arbeit entgegengebracht wird, ist sicher ganz in seinem Sinne und freut unsere Familie“, meint Nicola Schlachter-Zelger, die Tochter von Arthur Zelger.

Raus aus der Anonymität

„Bei Kreativarbeit ist heute eine gewisse Anonymität üblich geworden. Dem wollen wir entgegenwirken, indem wir prägende Persönlichkeiten aus dem Designbereich in den Mittelpunkt stellen,“ hält Kurt Höretzeder, Vereinsvorstand von WEI SRAUM Designforum Tirol fest. Die Institution ist mit der Organisation und Durchführung des Preises betraut. Die GestalterInnen sollen einen erkennbaren inhaltlichen Bezug zu Tirol haben – egal, ob sie dort arbeiten, leben oder sich in ihrer Arbeit mit dem Bundesland beschäftigen. Die Grenzen zu den benachbarten Regionen werden dabei bewusst offengehalten.

Die Jury

Die Vergabe des Preises erfolgt durch die Jury nach dem Kuratorenprinzip, das heißt die KandidatInnen werden von den Jurymitgliedern vorgeschlagen und in der Jurysitzung diskutiert. Die Jury setzt sich aus drei SachjurorInnen und drei FachjurorInnen zusammen und wird für eine Dauer von vier Jahren bestimmt. Die Sachjury besteht aus je einem Vertreter bzw. einer Vertreterin von der Tirol Werbung, dem Land Tirol und den Nachkommen Zelgers. Die Fachjury besteht aus anerkannten ExpertInnen aus dem Bereich Design und setzt sich aktuell aus Anita Kern (Designforscherin aus Wien), Katrin Androschin (Expertin für strategisches Design und Markenkommunikation in Berlin/Innsbruck) und Andreas Koop (Informationsdesigner aus dem Allgäu) zusammen. „Der Preis betont die Wichtigkeit einer qualitätsvollen, interdisziplinär ausgerichteten Designausbildung und kann so Impulsgeber für innovative Design-, Forschungs- und Entwicklungsprojekte sein“, so die Juryvorsitzende Anita Kern.

Über Arthur Zelger

Arthur Zelger gehört zu den wichtigsten Figuren im österreichischen Grafikdesign und hat das äußere Erscheinungsbild des Tourismuslandes Tirol maßgeblich mitgestaltet. Nach seinem Studium in Wien kehrte er nach dem zweiten Weltkrieg nach Innsbruck zurück und machte sich dort bald einen Namen als Gebrauchsgrafiker – ein ungewöhnlicher Beruf zu dieser Zeit. Die Tirol Werbung war in all den Jahren einer von Zelgers größten Auftraggebern. Neben seinen zahlreichen Plakaten ist der Tirol-Schriftzug wohl sein am weitesten verbreitetes Werk.