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Designed in und für Tirol- Verena Bellutti


Die Idee ist simpel: Aus Ungenutztem wird Neues. Im besten Fall sieht diese Wiederverwertung auch noch richtig gut aus – wie bei Verena Bellutti. Die Innsbruckerin fertigt für ihr gleichnamiges Modelabel Taschen und Accessoires aus Planenresten. Für den Tirol Shop hat sie eine exklusive Kollektion entworfen.


Robust, wasserfest, praktisch und aus PVC (Kunststoff): Diese Eigenschaften klingen erst einmal nicht nach modischer Handtasche. Verena Bellutti (www.verenabellutti.com) beweist mit ihren Kollektionen das Gegenteil. „In der Firma meines Vaters waren immer Planenreste übrig. Da wurde überlegt: Was macht man mit den Verschnittteilen? Welche Produkte kann man herstellen? Mein Vater hat dann Umhängetaschen gemacht, da war ich noch im Studium an der AMD (Akademie Mode & Design) in München. Stil und Geschmack waren aber nicht ganz meiner“, lacht die 28-Jährige.  Die Taschen waren mehr Werbetaschen. Ich habe mir dann gedacht: Da kann man doch auch etwas Cooleres daraus machen.

 

Upcycling: Mehr Style, bitte!

Gesagt, getan – 2014/2015 gründete Bellutti ihr eigenes Label: Verena Bellutti. Seitdem werden aus den Planenresten des Familienunternehmens Beuteltaschen, Make-Up-Bags, Clutches, Reisetaschen und bald auch Rucksäcke gefertigt. Für die Kollektion nutzt sie verschiedene Planenarten, ganz besonders gut kommen Netzplanen an.

Extra eingefärbt werden die Planenreste für die Kollektion nie: „Die Netzplanen stammen von Spezialaufträgen von der technischen Produktion – Gebäudeverkleidungen, Banner und Sonstiges – und werden bereits in Spezialfarben hergestellt. Deshalb gibt es auch nie Massen davon, sie sind sehr ausgesucht.“ Aktuell umfasst ihre Kollektion acht Farben. Produziert werden kann nur, wenn es noch genügend Restteile gibt. Verena Bellutti erklärt, dass immer überlegt werden muss: “Wie viele Taschen gehen sich von der jeweiligen Restplane aus? Wie viel Bestand von der Farbe ist da? Von der Farbe, von der wir noch viele Reste haben, wird dann die Kollektion gefertigt.“

reisetascheNachhaltig, vegan und handgefertigt

Das Thema Nachhaltigkeit hat für die Designerin einen hohen Stellenwert: „Unser Material ist PVC, das verrottet natürlich nicht einfach so, man müsste es entsorgen. Eigentlich ist es ein sehr wertvolles Material, das sehr viele praktische Eigenschaften aufweist. Und es ist ein sehr teures Material, würde man es produzieren lassen. Aus diesen Gedanken heraus hat unsere Produktion begonnen: Wir wollten es gerne sinnvoll verwerten und den Planen bzw. Produkten einen zweiten Lebenszyklus geben.“

Zusätzlich sind alle Verena Bellutti-Produkte vegan. Und jedes Stück ist handgefertigt: Die Produktion der Taschen und Accessoires findet in der EU –  in Tschechien – statt. „Wir haben dort eine Werkstatt, die ich selbst immer wieder besuche. Faire Arbeitsbedingungen und Löhne sind die Grundvoraussetzung“, sagt Bellutti.

 

Exklusive kollektion.Tirol: Verena Bellutti x Tirol

Diese Kriterien haben auch die kollektion.Tirol überzeugt: Deshalb hat Verena Bellutti für die aktuelle Bergsommer Tirol-Kollektion 2017 und die kommende Bergwinter Kollektion 2017/18 eine exklusive Kollektion aus gebrauchten Tirol-Planen designt. Dafür wurden unter anderem die Banner der Modeschauen von rebekka ruétz mit Bildern aus Schloss Ambras verwendet. Das war auch für die kreative Innsbruckerin eine Premiere: „Eine Produktion in Zusammenarbeit mit einer Marke habe ich bisher noch nie gemacht.“

Was verbindet denn nun die Marke Tirol und die Marke Verena Bellutti? „Tirol steht auch für das Aktive, für Sport und viele Freizeitmöglichkeiten. Man kann alles machen, stets draußen sein. Das ist auch genau das, was ich über meine Taschen immer sage: Man kann mit ihnen alles machen. Einer meiner Lieblingsslogans für die Kollektion ist: Perfect for your active lifestyle. Das ist genau das was in Tirol zählt: Die Menschen sind viel unterwegs, die Tasche muss das mitmachen.

Die perfekte Trägerin sei deshalb auch eine aktive Trägerin: „Taschen soll man ausführen und tragen, zum daheim aufstellen hat man sie nicht“, lacht Bellutti. Natürlich seien ihre Taschen Modeaccessoires, keine Sportrucksäcke, bei aller Praxistauglichkeit dürfe man das nicht vergessen: „Aber wenn man mit dem Rad durch die Stadt fährt, möchte man trotzdem gut aussehen.“

 

Tirol ist eine gute Wahl

Als Modemanagement-Studentin hat Verena Bellutti nicht nur in München studiert, sondern auch Praktika in Paris und London absolviert. Ihr Label hat sie trotzdem in Innsbruck aufgebaut. Ist Innsbruck ein guter Ort, um kreativ zu sein?

„Es gibt in Tirol nicht viel in der Modebranche, es ist sicher überschaubar. Für mich ist Tirol trotzdem ein guter Standort: Ich war recht viel unterwegs und habe es jedes Mal wieder geschätzt, was ich hier habe, wenn ich zurückgekommen bin. Und es ist für mich auch klar, dass ich nirgendwo anders leben will“, sagt die Innsbruckerin.

„Es ist natürlich eine spannende Aufgabe, das Modelabel von Tirol aus zu betreiben. Der Umgang mit Shopöffnungszeiten, neue Kunden zu gewinnen und ähnliches wäre in Großstädten sicher einfacher. Aber zum Kreativ-sein bietet Tirol doch viel Platz: Weil Tirol so frei ist, weil die Natur so nah ist und weil man eben nicht den ganzen Tag im Büro sitzen muss. Man hat so viele Freizeitmöglichkeiten, die wieder viel Zeit zum Nachdenken bieten.“