Bild1

Kalendermotiv der Tirol Werbung von 1985

Arthur Zelger: Seine Werke sind Ikonen


Arthur Zelger: Seine Werke sind Ikonen Er war ein großer Visionär: Arthur Zelger gehört zu den wichtigsten Figuren im österreichischen Grafikdesign und hat das äußere Erscheinungsbild des Tourismuslandes Tirol maßgeblich beeinflusst. Er hat nicht nur den berühmten Tirol-Schriftzug entwickelt, viele seiner Werke sind auch zu Ikonen geworden.


Arthur Zelger: Seine Werke sind Ikonen

Er war ein großer Visionär: Arthur Zelger gehört zu den wichtigsten Figuren im österreichischen Grafikdesign und hat das äußere Erscheinungsbild des Tourismuslandes Tirol maßgeblich beeinflusst. Er hat nicht nur den berühmten Tirol-Schriftzug entwickelt, viele seiner Werke sind auch zu Ikonen geworden.

In einem Interview mit der Tiroler Tageszeitung im Jahr 1999 sagte Arthur Zelger einst, er habe sein ganzes Leben lang seinen Beruf ausgeübt, fest davon überzeugt, dass das, was er da schaffe, Eintagsfliegen seien. Doch das Gegenteil ist der Fall: Seine Plakatarbeiten begeistern bis heute.

Arthur Zelger wird 1914 in Innsbruck geboren. Er besucht das Humanistische Gymnasium in Innsbruck, zwei Jahre lang wird er auch in ein Vorarlberger Privatgymnasium versetzt. Er bricht die Ausbildung am Gymnasium nach seiner Rückkehr nach Tirol ab und besucht die Innsbrucker Gewerbeschule für Hochbau (heute HTL). Sein Talent war schon damals offensichtlich: Die besten Noten hatte Zelger stets in Zeichnen. Nach seinem Abschluss entschloss sich der damals 19-Jährige für einen zu diesem Zeitpunkt ungewöhnlichen Weg: Grafiker wollte er werden. Diese Ausbildung war in den 1930er Jahren in Tirol noch unbekannt: Also ging Zelger nach Wien, um sich an der Kunstgewerbeschule (später: Universität für angewandte Kunst) zu bewerben.

 

Wien: Zelger wird zum „Gebrauchsgrafiker“

Die „Gebrauchsgrafik“ erlebte in Wien gerade eine zweite Blütezeit, als Zelger dort 1934 zu studieren begann. Nachhaltig geprägt hat Zelger während dieser Zeit vor allem der Grafikdesigner Jospeh Binder, der 1936 in die USA emigrierte. Binder hielt während eines „Staatlichen Reklameausbildungskurses“ Vorträge über die moderne Gebrauchsgrafik: Von ihm lernte der junge Tiroler, wie er selbst in einem Interview für die Zeitschrift „Saison“ erzählte, wie wichtig die inhaltliche Konzeption vor der Umsetzung sei. Zelger erarbeitete sich die Anerkennung seines Mentors und wurde sogar als Praktikant in seinem Atelier eingestellt, ein Glanzpunkt in seiner Karriere. Aufgrund des zweiten Weltkrieges wurde das Atelier 1938 eingestellt und Zelgers Kriegsdienst eingezogen.

 

Zurück nach Innsbruck: Das eigene Atelier

Nach Ende des zweiten Weltkrieges kehrte Zelger nach Innsbruck zurück. Obwohl es für ihn möglich gewesen wäre, wollte er nicht nach Wien gehen. Zelger hatte Zeit seines Lebens eine enge Verbindung mit Tirol und so eröffnete er sein Atelier in der Landeshauptstadt. Er wohnte mit seiner Familie – seiner Frau Martha und seinen zwei Töchtern in der Anichstraße 1, dem „Zelgerhaus“.

Ausgebildete Grafiker gab es damals in Tirol noch nicht, doch Zelger machte sich bald einen Namen. Er erhielt unter anderem Aufträge vom Innsbrucker Tourismusverband. Ab 1948 wurde er bereits mit Preisen ausgezeichnet.

 

 

Lange verbunden: Zelger und die Tirol Werbung

Die ersten Aufträge für die Tirol Werbung (damals noch Tiroler Verkehrswerbung) folgten ebenfalls im Jahr 1948/49: Zelger sollte ein Tirol-Plakat für den Sommer entwerfen. Sein Vorschlag, eine junge Frau (übrigens seine Frau Martha) beim Blumenpflücken zu zeigen, vor einem mit Fotomontage dargestellten Gebirge als Hintergrund, wurde aber abgelehnt: Zu modern, lautete das Urteil. In Wien erhielt Zelger für dieses Plakat hingegen eine Auszeichnung, nachdem er es für einen Plakatwettbewerb der Österreich Werbung eingesandt hatte.

 

gdmt_1995_entwicklung_der_marke_tirol_774x335

Ikonen: Die gelbe Keilhose und das bedrohliche Tirol-Plakat

Ein anderes, frühes Werk von Zelger ist ebenfalls längst zur Ikone geworden: Das Tyrol-Plakat von 1949, das eine junge Frau in gelber Keilhose zeigt. Dargestellt wird hier wieder seine Frau Martha.

Eine weitere Arbeit, mit der Zelger weitaus mehr als eine Eintagsfliege schuf, ist sein Entwurf eines Tirol-Plakates im Jahr 1969. Durch Reduktion und Stilisierung hat Zelger bei diesem Plakat das für ihn wesentliche der Tiroler Landschaft herausgearbeitet: Eine rote Fläche als Abendhimmel, die Gebirgslandschaft liegt bereits im Schatten. Vertikal stürzt ein Wasserfall in die Tiefe, in der Ferne sind noch die Gipfel im letzten Tageslicht zu sehen. Das Plakat wurde anfangs für das Zillertal entworfen, aber nicht umgesetzt: Zu bedrohlich sei es. Später wurde es veröffentlicht, allerdings mit dem Tirol-Schriftzug. Gedruckt wurden nur Einzelstücke.

Die Tirol Werbung war in all den Jahren Zelgers größter Auftraggeber: Noch im Jahr 2000, vier Jahre vor seinem Tod, hat er den letzten Auftrag für die Landestourismusorganisation durchgeführt.

Sein am weitesten verbreitetes Werk ist wohl der Tirol-Schriftzug. Er entwickelte ihn in den 1970ern, eigentlich nur als Nebenprodukt für einen Inseratentwurf für eine deutsche Tageszeitung. Nachdem der Schriftzug sich viele Jahre lang etablierte, kaufte die Tirol Werbung 1984 schließlich die Verwendungsrechte an und Zelgers Werk wurde zur offiziellen Marke des Landes.

Seine Plakate prägen das Bild Tirols

Im Jahr 2004 stirbt Arthur Zelger nach einem arbeitsreichen Leben. Er hat mit seinen Plakaten weit mehr als kurzweilige Erfolge erzielt: Er hat Bilder geschaffen, die nachhaltig wirken. Viele seiner Entwürfe sind seit Jahren nicht mehr in Verwendung, erkannt werden sie aber dennoch. Und noch mehr: Sie prägen das Bild Tirols bis heute.

 

 

Zum Artikel:

Arthur Zelger wurde 2014 eine Ausstellung im WEI SRAUM gewidmet: „Ikonen und Eintagsfliegen“. Die Informationen für diesen Artikel stammen aus dem gleichnamigen Buch zur Ausstellung: „Ikonen und Eintagsfliegen. Arthur Zelger und das Grafikdesign in Tirol.“ Es wurde von Anita Kern und Kurt Höretzeder herausgegeben und ist im Haymon Verlag erschienen.